Archiv

von Waldemar Pabst

Sa

08

Mär

2014

Kleine Fakten für Putinversteher

von WALDEMAR PABST

 

Beliebt in Zeiten wie diesen, in denen es brenzlig zu riechen beginnt, ist das Verschanzen hinter Unwissen oder das Verständnis für die Motive des Aggressors. Beides erlaubt das zurückgelehnte Zuschauen ohne schlechtes Gewissen oder wichtigtuerisches Dummschwätzen über vermeintlich komplizierte Situationen, mit tiefgründigen Beschreibungen der Motive von Kriegsherren und Menschenfeinden, garniert mit den ungeniert aberwitzigsten Räuberpistolen über finstere westliche Machenschaften, von 6000 heimlich nach Deutschland gebrachten britischen Panzern (die gesamte NATO verfügte zur Hochzeit des Kalten Krieges über 5000), bis hin zum EU Griff nach der Schwarzmeerflotte (was zur Hölle wollten Brüssels Bürokraten mit rostigen Schiffen in einem Binnenmeer, egal, nur nicht mit Realität aufhalten). Jeder möchte mal Schwall-Schwadroneur sein.

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Di

04

Feb

2014

Alice im Kampagnenland

von WALDEMAR PABST

 

Weniges in diesem Land ist so bigott, wie die Empörung über den gemeinen Steuersünder. Das sei vorausgeschickt. Schweizer Konteninhaber und Hartz IV Empfänger haben die lustige Gemeinsamkeit, dass der brave Bürger den Zeigefinger gar nicht wieder runter bekommt, wenn ruchbar wird, dass sie den Staat um ein wenig Geld gebracht haben könnten, wo jeder weiß, dass es gewiss niemanden gibt, der nicht schon einmal zugunsten des eigenen Geldbeutels geschummelt hat. Mehr oder weniger. Von daher ist es unglaublich uninteressant, ob des Landes oberste Emanzeninstanz Kohle in die Schweiz gebracht hatte und vor der Steuer verbarg, bis sich das Gewissen in Form von Berichten über aufgekaufte Kontendaten (findet der Deutsche völlig okay, er fürchtet sich, dass die NSA seine Facebookpostings mitliest, vermutlich deshalb, weil die Welt mitbekommt, dass hier ein Volk der Analphabeten heranreift) meldete.

 

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Di

20

Aug

2013

Ägypten - Wenn für die Freiheit Blut fließt

von WALDEMAR PABST

 

Ägypten beherrscht die Schlagzeilen. Politik und Medien hierzulande überbieten sich im Entsetzen darüber, dass es Tote gibt, viele sogar, was eben passiert, wenn scharf geschossen wird. Dann wird in Deutschland die Leichenbittermiene aufgezogen, der Botschafter einbestellt, die UNO kommt in die Gänge und der Dialog wird gefordert. Die Empörten jedoch verweigern sich der Frage, wer warum auf wen schießt. Vor allem wofür. Es scheint, dass niemand verstehen will, was sich dort abspielt. Einen Kampf der Kulturen hat uns Huntington einmal prophezeit. Er liegt damit nur knapp daneben.

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Sa

15

Jun

2013

Syrien leidenschaftslos betrachtet

von WALDEMAR PABST

 

Es mögen 70.000 oder inzwischen erheblich mehr Menschen sein, die im syrischen Bürgerkrieg ihr Leben verloren haben. Dabei wäre das Wort abgeschlachtet in vielen Fällen vermutlich treffender. Kein Zweifel daran besteht, dass dieses Morden vom syrischen Erbdiktator ausging, der nach Vätersitte anfangs glaubte, Volksaufstände durch Massaker wirksam bekämpfen zu können. Kein Zweifel auch, dass es sich bei dem sympathischen Augenarzt von nebenan mit dem spanischen Prinzengesicht um ein Monster handelt, dessen Bereitschaft für Machterhalt zu töten ungehemmt ist.

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Sa

16

Mär

2013

Moderator Ken Jebsen dreht durch

von WALDEMAR PABST


Jürgen Elsässer, Freunden der gepflegten Verschwörungstheorie, Antisemiten aller Couleur, Amerikahassern, dem Kopp-Verlag und Achgut-Lesern ist er ein echter Begriff, Ken Jebsen, der sich KenFM nennt, der jahrelang unbemerkt mit Geldern des Zwangspay-TV’s beim RBB sein Unwesen trieb, wahrscheinlich weil er wusste, wer den Holocaust erfunden hat, weniger seiner Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse wegen, sein Mailwechsel mit Henryk Broder ist legendär. Das mit dem Holocaust war wohl selbst brandenburgischen Öffentlich-rechtlichen eine Nummer zu irre, weshalb er seinen Sendeplatz räumen musste und seither auf eigenen Kanälen und beim Koppverlag seine Fangemeinde mit sich steigernden Ausbrüchen befriedigt.

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Sa

02

Feb

2013

Wo “nie wieder” anfängt

von WALDEMAR PABST

 

Vor 80 Jahren wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt, was auf allen Kanälen samt Feierstunde im Bundestag Erwähnung fand. Machtergreifung lautet der populärwissenschaftliche Begriff dafür und er ist entgegen vieler Diskussionen ausgesprochen treffend. Allerdings nicht, was den Vorgang, der sich gerade jährte betrifft, sondern er beschreibt die dem folgenden Monate. Am 30. Januar 1933 wurde die Demokratie in Deutschland nicht abgeschafft. Am 30. Januar 1933 ernannte lediglich der senile Reichspräsident den Führer einer radikal demokratiefeindlichen Massenpartei zum Reichskanzler, während er selber die Fäden der Macht in den Händen behielt und im Kabinett jene eine klare Mehrheit hatten, die den neuen Kanzler verachteten und meinten, ihn in die Ecke drücken zu können, bis er quietscht.

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So

06

Jan

2013

Offene Notiz für Julia Klöckner - Debatte über Augstein und Antisemitismus

von WALDEMAR PABST

 

Der Antisemitismus-Vorwurf gegen Augstein ist auch nach Ansicht von CDU-Politikerin Klöckner ungerechtfertigt. “Wenn jemand in einer freien Gesellschaft Regierungen kritisiert, ist das sein gutes Recht”, sagte Klöckner an diesem Donnerstag. “Wenn man daraus Antisemitismus ableitet, dann ist das sehr gewagt.”

 

Stand bei Spiegel-Online.

Sollte das nicht stimmen und Sie heute dementieren, sehr geehrte Frau Klöckner, machten Sie mich glücklich und vergessen Sie dann einfach, was jetzt folgt.

Also:

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Di

11

Dez

2012

Wenn der Trittbrettfahrer wieder speit

von WALDEMAR PABST

 

Für alles mögliche gibt es Trittbrettfahrer. Warum nicht auch bei publizistischen Auseinandersetzungen. Henryk M. Broders Offenlegung von akzeptiertem Antisemitismus in Person des Jakob Augstein hat einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. Was also wäre verlockender, als etwas Aufmerksamkeit davon abzubekommen, indem man bei jeder neuen Runde seinen Senf zu den beiden dazu gibt. Das nämlich macht Alexander Wallasch, selbsternannter Kämpfer wider die Antisemitismuskeule, der seine eher laue Kolumne damit aufpeppt, Augstein zu verteidigen, der wahrscheinlich den Namen Wallasch noch nie gehört hat, aber das muss ja keiner erzählen. Nicht grundlegend neu, der letzte Wallasch Text dazu gab vor ein paar Monaten Anlass zur Beschäftigung.

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Mo

19

Nov

2012

Öffentlich-rechtliche Qualität und der Experte Lüders

von WALDEMAR PABST

 

Zu den heiligen Kühen dieses Landes gehören die öffentlich-rechtlichen Medien, so heilig, dass sie sich als verfassungsrechtlich abgesichertes ZwangsPayTV eine groteske Mischung aus Datenkrake und Moskauinkasso namens GEZ leisten dürfen und in laute Empörung über den Angriff auf ihre Unabhängigkeit ausbrechen, wenn sie mal ein Politiker anruft und sich über das eine oder andere sinnfrei beklagt, wo sie nur nein zu sagen bräuchten oder den Anrufer durch den Kakao ziehen, wie Kai Diekmann von der bösen Bild es vormachte. Schmerzlicher Weise passen Empörung und Zeigefinger besser zu ihrem Selbstbild, als irgendwelche Formen von Humor, gar schwarzem.

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"Ich blute aus allen Löchern"

Sie ist das älteste Gewerbe der Welt. Sie ist eine Fleischbeschau. Sie verhindert womöglich Vergewaltigungen. Sie sorgt für Vergewaltigungen und Gewalt. Sie zerstört Leben. Sie bereichert Leben für wenige Minuten. Sie tötet. Sie vergisst nie: Die Straßenprostitution. Die Straßenprostitution in Nordrhein-Westfahlen ist breit gefächert. Es gibt die Drogenstrichs, die Kindermeilen, das Hausfrauenviertel und die Zwangsprostituierten. Freier machen sich wenig Gedanken über die Motivation der Huren. Für sie zählt einzig der Dienstleistungsgedanke. Gute "Ware" gegen gutes aber doch bitte geringes Entgelt. Mehr

Die aberwitzige Denkweise der Deutschen

Die Deutschen sind stolz auf ihren Umgang mit dem Holocaust, dem Dritten Reich und Israel. Konterkariert doch einzig die Verwendung von großen und stolzen Mahnmalen das Vergessen der Geschichte. Unsere Mahnmale sind nichts weiter als institutionelle Heucheleien der Ewiggestrigen. Auschwitz verkommt zur Vergnügunsplattform frühreifer Studenten und Schüler, die Mahnmale in Berlin für Juden, Homesexuelle und Sinti und Roma sind nichts weiter als protzende Scheinheiligkeiten und Gleisnereien. Mehr

Pasternys Plausch -

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