Zynismus kann auch Leben retten

von ATTILA TERI

 

Es war 1944, als sich zwei, später sehr berühmte, ungarische Juden auf dem Todesmarsch nach Auschwitz zufällig begegnet sind. Einer trug nur einen Kartoffelsack als Kleidung, woraufhin der andere ihn fragte: „Sag mal, wer ist dein Schneider?“ Beide haben irgendwie es geschafft, nicht in der Gaskammer zu landen. Jahrzehnte später wurde Paul Királyhegyi, der Kartoffelsackträger, der in den 30er Jahren als Gagman in Hollywood Karriere gemacht hatte, gefragt, warum er zum Henker so dämlich war, 1944 freiwillig nach Ungarn zurück zu gehen.

„Ich wollte den Schnellzug nach Auschwitz nicht verpassen!“ – laute seine Antwort. Nu, ist das noch Humor oder blanke Zynismus? Ich habe keine Ahnung. In den düsteren Zeiten von Stalin kursierte ein „netter“ Witz im glorreichen Reich der Genossen. „Optimisten meinen, wir werden alle nach Sibirien deportiert, Pessimisten meinen, wir müssen zu Fuß gehen!“ Solche Beispiele könnten wir endlos weiter führen, aber wohin? Ich weiß nur, dass diese Einstellung wohl mitverantwortlich für das Überleben des jüdischen Volkes war und ist. Aber wie lange noch, wenn es so weiter geht?

Allerding muss ich zugeben, die Welt wurde anscheinend von unserem Galgenhumor inzwischen so infiltriert, dass ich manchmal staunen muss! Teilweise sind die Gois noch lustiger als wir Juden je waren. Rein theoretisch mal nachgedacht. Was machen all die Gutmenschen, wenn die Bemühungen der Araber und des Teppichhändlers aus Teheran eines Tages zum Erfolg führen und Israel einen Krieg mal tatsächlich verlieren würde? Man stelle sich mal vor, islamistische Terroristen der Palästinenser mit freundlicher Unterstützung des Irans, die Fanatiker der Hisbollah, garniert von Syrien, Jordanien und Ägypten, schaffen das zur Zeit unmöglich erscheinende: die Eroberung und Zerstörung Israels? Das Heilige Land liegt in Trümmern und die jüdische Bevölkerung darf nach 2000 Jahren mal wieder das Weite suchen. Über 6 Millionen Menschen, wie bei der Shoa, rennen um ihr Leben und versuchen davon zu kommen.

Was macht die Weltgemeinschaft dann? Eilen sie vorher zu Hilfe und verhindern einen erneuten Völkermord? Oder bauen sie tausende Luftbrücken, schicken unzählige Schiffe und erwarten mit offenen Armen die jüdischen Flüchtlinge, die dem Gemetzel der hasserfüllten Araber entgehen? Oder gucken sie fröhlich wieder zu, beraten und bedauern solange bis auch die 6 Millionen ermordet werden? Ja, die Welt wäre endlich auf unserer Seite, zumindest moralisch gesehen, denn wir wären endlich wieder wehrlose Opfer, wie man es halt so gewohnt ist! Man könnte ohne bösen Verdacht, ein militanter Judenfreund oder Antiislamist zu sein, einfach mitfühlen. Wäre doch toll oder? Keine bösen Juden mehr! Entweder sind sie endlich hin oder haben nix! Das würde dann alle beruhigen. Gell? Ein Paradies! Praktisch würde die Welt höchstwahrscheinlich gemütlich zusehen bis der letzte Jude ins Meer getrieben wurde. In guter alten Tradition. Immerhin legten auch damals die Alliierten erst richtig los, als es zu spät war und zudem ihr eigener, bequemer Arsch auf Grundeis lief!

Na also! Und genau das möchten wir blöden Juden nicht mehr erleben, ob es Euch nun passt oder nicht! Wisst Ihr auch warum? Weil wir gar kein Humor mehr haben und es keinen Schneider mehr gibt, der uns aus Kartoffelsäcken Kleider macht!

Shalom vom ungarischen Wochenendhobbyjuden!

 

Attila Teri

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Kommentare: 1
  • #1

    Wally Pree (Dienstag, 20 November 2012 21:07)

    Es wird nie so weit kommen Attila! Ja, es werden sich die Nationen um Israel lagern um es zu zerstören und ja, wahrscheinlich wird eine iranische Atombombe auf Jerusalem fallen, denn in der Bibel steht geschrieben, dass sich der Ölberg spalten wird. JEDOCH ist das der Zeitpunkt, wo der Messias, Jesus Christus wie ein Blitz am Himmel erscheint und die ganze Welt wird es sehen. Und jedes Knie wird sich beugen und jeder Mund wird bekennen, dass Jesus der Herr aller Herren und König aller Könige ist. Auch der schlimmste islamische Hassprediger wird das tun (oder auch nicht) und das wird der Beginn des 1000-jährigen Friedensreiches sein, wo es keine falsche Religion mehr gibt. Die Kinder Gottes werden eingehüllt sein in die Liebe Gottes, alle Tränen werden abgewischt und es wird kein Leid mehr geben. Endlich werden wir im Frieden leben können, nach dem wir uns so sehr sehnen. Bitte lass keinen Hass und keine Rachegefühle in deinem Herzen zu. Gott wird der Richter sein über alle, die SEIN Volk drangasliert und getötet haben.

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