Deutschland, Deutschland über alles

von FLORIAN PASTERNY

 

Willkommen im Land der Scheißhausdebatten und Neidkultur. Frustrierte Frauen zwischen 16 und 35 und Männer fernab jeder Fußballaffinität flennen erbärmlich und widerlich herum, weil Deutschland gegen starke Italiener verloren hat. Auf einmal sind unsere Spieler nur noch Versager und verwöhnte Millionäre. Die Volksblödheit BILD füttert diese Waschweiber und Empörcasper mit ihren dummen Geschichten. Die BILD titelt heute: "Lahm labert nur herum, Schweinsteiger kann niemals Chef sein und Gomez hat nur die Haare schön." Aber auch andere Spieler und sogar der Bundestrainer bekommen ihr Fett weg.

Auf einmal ist alles schlecht was Löw gemacht hat. Das Finale 2008, der 3. Platz bei der WM 2010 und nun Halbfinale 2012 sind schlecht? Die BILD möchte tatsächlich unseren Bundesjogi in Frage stellen. Vergessen sind die Spiele gegen Holland und Portugal bei dieser EM. Vergessen sind die Spiele Argentinien und England bei der WM 2010. Vergessen sind die Spiele gegen Portugal und die Türkei bei der EM 2008. DAS ist Löws Arbeitsnachweis. Dazu der Weltrekord mit den meisten Pflichtspielsiegen in Folge und die deutsche Nationalmannschaft hat viermal hintereinander bei großen Turnieren mindestens das Halbfinale erreicht.

 

Wo leben wir denn, dass ein Halbfinale bei einem der qualitativ besten Turniere der Welt nichts mehr zählt? Europameister oder Totalversager? Die BILD hat da einen Nerv getroffen. Denn kommen wir zum Problem des ganzen. Frauen! Ja richtig gelesen. Frauen sind das Übel der Wurzel und die Warze am Hintern der Fußballwelt - Eventottos nennt man dies auch gemeinhin. Zugegeben, es sind nicht nur Frauen. Auch Männer mit Hang zur Empörerei, Suppencasperei und zur Homosexualität neigen oft zur übertriebenen Weltuntergangsstimmung. Gerade für diese Spezies sollte mich das Aus der deutschen Nationalmannschaft freuen. Doch das tut es nicht.

 

Die WM und EM ist zum Event mutiert. Kein Fußballspiel mehr, sondern Party beim Rudelgucken auf den Fanmeilen Berlins, Kölns und Hamburgs. Gerade die Frauen erleben ein solches Turnier als Event. Sie wollen unsere Jungs nach vorne kreischen und umso tiefer dann der Fall, wenn sie im Halbfinale oder Finale scheitern. Doch statt dies dann als Erfolg zu feiern, kehrt diese komische Wut ein. Man kann auf einmal auf den Spielern herumtreten und diese, samt Bundestrainer, schlecht reden: Das geht ja jetzt alles wieder, denn Robert Enke ist mittlerweile lang genug tot. Zeit für neue tragische Figuren.

 

Ich bin Fußballfan durch und durch. Ich leide Woche für Woche mit meinem Verein, dem 1. FC Köln. Und wenn ich so wäre wie ihr Hausmütter und Teenyweiber, dann müsste ch mir Woche für Woche die Pulsadern aufschneiden. Denn ein echter Fußballfan leidet öfter, als das er sich freuen darf. Suizidale Folgen gab es dennoch nicht in deutschen Stadien zu erleben..


Fußball ist ein Sport. Und da kann man mal gewinnen oder verlieren. Wer sind wir, dass wir glauben dürfen, wir würden jeden Gegner vom Platz fegen? Doch wenn wir Deutschen wieder anfangen alles über uns zu stellen, sollten unsere deutschen Kicker auch wieder anfangen "Deutschland, Deutschland über alles" zu singen. Denn Mißerfolge werden hier im Land nicht akzeptiert.

 

Florian Pasterny

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Kommentare: 8
  • #1

    Snoopy (Samstag, 30 Juni 2012 21:55)

    Was auch immer Du mit diesem Artikel sagen willst: Er ist unstrukturiert, unfair und nichtssagend, einzig und allein dass die Bild doof ist (was wir alle wissen) und dummes Herumgeschimpfe? Wofür?
    Dann schreib doch lieber darüber, dass Keiner die 800m gewonnen hat...

  • #2

    Vera Steude (Samstag, 30 Juni 2012 22:00)

    ach so...also Frauen sind das Problem allen Übels...aber WARUM!! Das hab ich nicht ganz verstanden...

  • #3

    Kemal (Samstag, 30 Juni 2012 23:49)

    Ich habe das auch so erlebt. Auf dem punkt gebracht. frauen sollten das tun was sie können.

  • #4

    Phillip Reisen (Samstag, 30 Juni 2012 23:51)

    Ich finde es nicht gut, dass hier so von Frauenseite geschimpft wird. Die sind doch schuld, dass die Bildzeitung solche Niveaulose Kacke vom Stapel lässt. Eventgeilerei und kein Fußball mehr. Schade.

  • #5

    Bianca (Samstag, 30 Juni 2012 23:59)

    super artikel genau richtig

  • #6

    Mamix (Sonntag, 01 Juli 2012 00:10)

    Gelb, Blau, Orange, Lila oder doch Schwarz, Rot und Gold. Eines ist sicher: Fußball spaltet die Nation um einiges mehr als die Farbenlehre. Und ja, ich meine durchaus die Nation und keinesfalls Nationen. Deutschland ist im Fußballfieber und nach dem Freudenrausch ist der Fall tief und schmerzhaft. Die einen schimpfen auf Löw, der natürlich alles falsch gemacht hat, die anderen sind der Meinung, dass die Deutschen ein gutes Spiel geliefert haben und die ganzen Meckerliesen hinter dem Fernsehen einfach mal die Fresse halten sollten.
    Richtig traurig wird es dann, wenn es darum geht, wer schuld an der ganzen Volkshetze hat. BILD? Die Fußballspieler? Oder vielleicht doch das verweichliche Volk, angeführt von Frauen? Viel zu emotional alles, Suizidstimmung in jeder Ecke. Und wer hat dadurch schon mal ein Spiel gewonnen? Statt sich über das Halbfinale zu freuen, heulen diese emotionalen Waschweiber, Homos oder ähnliche Randgruppen doch glatt über ein verlorenes Spiel. Also ehrlich. Emotionalität schön und gut, aber der Grad des Erträglichen ist doch viel zu schnell überschritten. Richtige Fußballversteher kümmern sich sowieso nicht nur alle 2 Jahre mal um EM oder WM, sondern leiden Jahr für Jahr, Monat für Monat und Tag für Tag für „ihren“ Verein mit. Und der Rest darf sich zwar die Spiele ansehen, aber wertende Kommentare abgeben, das sollte doch bitte den „echten“ Männern vorbehalten sein!
    Mir stellt sich nun die Frage was genau Fußball eigentlich ist. Als zu den suizidgefährdeten Flennfrauen zählende Person war ich bisher der Meinung es handelt sich dabei um ein Spiel, bei dem sich 22 Kerle, die mit etwas Glück sogar ganz sexy aussehen, um einen Ball kloppen. Ja, die liebe Männerwelt wird sich nun bestätigt fühlen, aber im Groben und Ganzen ist es nun mal genau das. Ich weiß, dass 90% den wichtigen Teil nun überlesen haben und der Meinung sind, dass ich eh keine Ahnung habe. Aber die Betonung meiner kleinen Zusammenfassung lag eindeutig auf Spiel und jeder, der das nicht sofort erkannt hat, sollte sich lieber mal über seine eigene Einstellung Gedanken machen, als darüber, wer wodurch wie schuldig an irgendwas ist. Die EM ist für alle da und man muss nicht jede Hetzte gleich mit einer Gegenhetze beantworten. Hier schiebt sich die Schuld von Person zu Person, vergleichbar mit dem Passspiel der Spanier. Und meine Frage an alle, egal ob Fan oder nicht: Ist das noch der Sinn vom Fußball? Denkt mal drüber nach.
    In diesem Sinne wünsche ich noch einen netten Restsonntag.

  • #7

    Helmut F. (Sonntag, 01 Juli 2012 01:16)

    Mamix, bei allem Respekt aber das ist Schwachsinn was du schreibst. Eine EM ist für alle da? Doch nur für die, die sich dafür interessieren. Gleichwohl ist ja auch nicht jede Dart-Meisterschaft für alle da. Sondern für die, die sich damit auseinandersetzen. Nur weil man eine Fahne am Auto hat und beim Public Viewing in der ersten Reihe sitzt hat man nicht das Recht auf den Spielern und Menschen herumzuhacken. Robert Enke scheint wohl ein mahnendes Beispiel zu sein. die EM ist ein Event geworden. Früher war es mal Fußball. Heute nur noch Marketing, Merchendising und kreischende Frauen die nur darauf achten ob die Spieler sexy sind. Was ein direkter und indirekter Freißstoß ist, weiß doch fast keine Frau. Aber hautsache die deutschen Farben ins Gesicht gepinselt.

  • #8

    Lol (Sonntag, 01 Juli 2012 01:28)

    also ich als frau habe alles nur am rand mitbekommen ich kann nur sagen das mir die em auf den keks ging. überall werden die hochgefeiert und nun verlieren die gegen eine gute mannschaft und schon ist alles im frust? das kann ja nicht angehen und ich glaube auch das man interesse für etwas haben sollte. nicht nur alle paar jahre wenn man wm oder em ist. florian beschreibt das sehr richtig und ich kenen viele die so denken.

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