Ein Leben der Gegensätze - und wo bleibt die Moral?

von FLORIAN PASTERNY

 

Diese grenzenlose Stille, wenn wir mal in uns reinhören. Diese Erfahrung, die uns lehrt, vorsichtiger zu sein. Diese Moral die uns zeigt, was ethisch vertretbar ist und was wir lieber sein lassen sollten. Menschen sind wichtig und doch so unwichtig. Gefühle sind Antreiber und gleichzeitig Vernichter. Ein Leben zwischen Abgrund und Wolke 7. Eine Leben zwischen vollkommener Zufriedenheit und dem Scheitern seiner selbst.

 

Wir leben ein Leben voller Gegensätze. Getrieben von der eigenen Überzeugung nur das Richtige zu tun und dann doch mit der Erkenntnis aufzuwachen, wieder einmal mehr das falsche getan zu haben. Fehler sind verzeihbar, Folgen nicht. Liebe ist eigentlich immer einseitiger Natur. Einer liebt den anderen immer weniger oder mehr, als man selbst. Liebe ist deswegen so grausam, weil sie keiner Gegenseitigkeit bedarf um zu wachsen. Eine traurige Erkenntnis und doch bittere Wahrheit.

Aber versuchen wir mal, es nicht so düster zu sehen. Das Leben ist auch etwas wunderschönes. Die Facetten der Natur, die Unterschiedlichkeit von Mensch zu Mensch, Glück und Zufriedenheit - Dinge die uns Hoffen lassen.

 

Moral ist in dieser Welt zweitrangig geworden. Meist zählt nur der Profit. Banken und große Wirtschaftsunternehmen haben es uns vorgemacht, der kleine Mann macht es nach. Eine schier unglaubliche und gefährliche Entwicklung. Erst wenn wir es schaffen, die Moral wieder gänzlich so aufzubauen, dass wir anderen nicht mit purer Arroganz und Gefälligkeit gegenüberstehen, erst dann wird die Welt vielleicht wieder ein kleines Stückchen freundlicher.

 

Unmoralisch sind nur die, die nichts sagen. Natürlich kann die Wahrheit weh tun. Natürlich dürfen Fehler gemacht werden. Natürlich darf auch misstraut werden. Das sind alles keine Indikatoren für eine Demoralisierung der Gesellschaft. Bröseln wir das mal auf. Die Wahrheit kann weh tun, aber in einer Beziehung oder Freundschaft muss die härteste Wahrheit stets über der seidenen Lüge hängen. Offenheit gepaart mit Loyalität ist überlebenswichtig. Und die Fehler eines Menschen? Die Macken und Eigenarten? Selbstredend dürfen Menschen Fehler machen. Auch richtig große Klöpse dürfen dabei sein. Wichtig ist die spätere Erkenntnis nach den Fehlern. Einsehen oder Ignoranz? Auch das Misstrauen darf berechtigt sein. Keiner kann etwas für die Fehler der anderen in der Vergangenheit - und dennoch, fernab meiner eigenen Sicht, muss ein Misstrauen gestattet sein. Misstrauen ist oft nichts anderes als ein unsichtbares Schutzschild, welches uns vor Verletzungen beschützt. Gleichwohl ich sagen muss, dass Verletzungen zum Leben dazu gehören. Wir können uns nicht in Watte packen und darauf hoffen, dass uns keiner etwas tut. Wir müssen aktiv werden. Vertrauen aufbauen und vor allem auch Vertrauen leben.

Wo bleibt die Moral im Gegensatz des Lebens? Eine Frage, die uns noch lange beschäftigen wird. Wir haben keine Lösung für die Unebenheiten der Gesellschaft und die Achterbahnen der Gefühle. Wir haben nur eins: Die Chance auf Moral.

 

Florian Pasterny

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Kommentare: 2
  • #1

    Kleene (Montag, 18 Juni 2012 14:45)

    Herr Pasterny! Hier haben sie wirklich mal wieder etwas sehr Wahres und schönes geschrieben! Auch wenn nach meiner Meinung noch einige Aspekte fehlen die man noch bedenken sollte! Aber dies ist nur meine Meinung!

  • #2

    Snoopy (Mittwoch, 20 Juni 2012 14:03)

    Der Artikel gefällt mir, die Aussage auch, aber schade, dass so viele Themen in so einen kleinen Artikel gequetscht sind, das könnte man noch viel besser ausbauen, oder die einzelnen Nebenthemen (das Wort "Moral" in der Überschrift erscheint mir für die insgesamte Aussage des Textes auch nicht sehr treffend gewählt), Vertrauen, Moral, Misstrauen, usw. in einer Serie verarbeiten.
    LG

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