Verlust an den Glauben der Gerechtigkeit - Podolski bleibt gesperrt

von FLORIAN PASTERNY

 

Der DFB hat sich heute einer Lächerlichkeit preisgegeben, die man kaum noch toppen kann. Tausende Eltern sitzen nun zu Hause und wissen nicht, wie sie ihren Kindern erklären sollen, dass ein Spieler Podolski nun bestraft wird, obwohl die Unschuld zweifelsfrei festgestellt werden konnte. Sowohl die Fernsehbilder beweisen, dass Podolski absolut unschuldig ist, als auch alle Zeugen, inbegriffen Schiedsrichter und Assistent, haben zugegeben, dass die Rote Karte ein Fehler war. Und trotzdem bleibt das wirklich bescheuerte Urteil gegen Lukas Podolski vom 1. FC Köln bestehen. Absurd, desolat und überhaupt nicht gerecht - kurz: ein Skandal.

Was war passiert? In der hektischen Schlussphase gegen Hertha Berlin war eine Rudelbildung entstanden. Lukas Podolski wurde vom Berliner Levan Kobiashvili attackiert und hatte sich von diesem losgerissen. Schiedsrichter Guido Winkmann sah die Aktion nicht. Sein Assistent wertete die Aktion fälschlicher Weise als Tätlichkeit. Winkamnn stellte den fassungslosen Podolski mit glatt Rot vom Platz. Laut DFB Statuten ist eine Rote Karte immer eine Sperre von einem Spiel. Aber es gibt auch Ausnahmen. Nämlich dann, wenn ein Fehler des Schiedsrichters vorliegt. Und das wurde vor dem Sportgericht bewiesen. Schiedsrichter Guido Winkmann räumte seinen Fehler ein: "Die Bude war am Kochen, ich stand unter Stress. Ich habe die Szene mit Podolski nicht gesehen. Mein Assistent sagte, dass man ihn vom Platz stellen sollte. Es ist einfach falsch gewesen.“ Auch der Assistent sah seinen Fehler ein.

Hier sind wir nun beim Knackpunkt. Denn nun hatte der DFB die Chance einen Fehler zu erkennen und Podolski freizusprechen. Schließlich war der 1. FC Köln schon genug damit bestraft, dass durch solch eine Witzentscheidung die Mannschaft mit einem Spieler weniger spielen musste. Doch dann kam die kryptische Urteilsbegründung des Richters Lorenz: "Wir sind kein Reparatur-Betrieb für diskussionswürdige Schiedsrichter-Entscheidungen. Wir können Tatsachen-Entscheidungen der Schiedsrichter grundsätzlich nicht korrigieren - auch keine falschen! Wir sind an die Tatsachen-Entscheidungen gebunden." Und hier liegt der Unsinn. Wenn ein grober Irrtum vorliegt, dann kann der Richter sehr wohl die Entscheidung zurücknehmen und Podolski freisprechen. Hier liegt, laut dem Richter, aber kein grober Irrtum, sondern nur ein einfacher Irrtum vor. Wie man diese beiden Begriffe voneinander unterscheidet weiß man wohl nur im Keller des DFB.


Doch wie muss man diese Entscheidung nun einordnen? Lukas Podolski soll dem DFB allegmein ein Dorn im Auge sein, aufgrund seiner provozierenden Art. Oder liegt es an seinen polnischen Wurzeln und wir sehen hier eine ausländerfeindliche Aktion des Gerichts? Oder ist Ziel des Anschlags der 1. FC Köln? Man hat oft das Gefühl, dass der rheinische Traditionsclub desöfteren mal benachteiligt wird. Am Ende bleibt eine Frage offen: Hätte das Gericht bei einem Lahm vom FC Bayern München auch so entschieden? Oder wäre das Echo zu gefährlich für den DFB geworden? Die Bayern haben sich jedenfalls zu dem Witzurteil auch gemeldet: "Wenn ein Spieler anhand der TV-Bilder gesperrt werden kann, muss er natürlich auch freigesprochen werden können“, sagt etwa Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Und nun wollen wir einfach hoffen, dass der DFB unseren Kindern nun erklären kann was "Fair Play", "Gerechtigkeit" und "Recht" bedeutet. Wir sind gespannt und schämt euch.

 

Florian Pasterny

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Kommentare: 1
  • #1

    Wastl (Freitag, 26 Oktober 2012 20:33)

    Zur Überschrift : den was hat der Glaube der Gerechtigkeit den Verloren ?

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