Ja, Gauck wird ein guter Präsident

von FLORIAN PASTERNY

 

Joachim Gauck wird unser neuer Bundespräsident. Und ich bin mir sicher, dass er als Präsident diese Republik wie kein Zweiter prägen wird. Er wird dem Amt nicht nur die Würde und den Respekt zurückgeben, das es verdient, er wird auch Akzente für die Zukunft setzen und die Menschen in unserem Land ein Stück zusammen führen. Joachim Gauck ist ein streitbarer, gradliniger und integerer Mensch - ein Bundespräsident könnte nicht besser sein. Der 18. März war in Deutschland schon lange ein historischer Tag und am 18.03.2012 kommt ein weiteres historisches Ereignis dazu: Die Bundesversammlung wird mit Ausnahme der Linken geschlossen hinter Joachim Gauck stehen und den Konsenskandidaten zwischen Union, SPD, Grüne und FDP zum Präsidenten machen.

Gauck kam 1940 in Rostock zur Welt. Sein Vater verschwand für lange Zeit in einem Lager in Sibirien, als Gauck sechs Jahre alt war. Als evangelischer Pastor erlebte er später, wie das DDR-Regime brutal gegen Kirchenmitglieder vorging. Als sich 1989 in der Bevölkerung der Widerstand gegen die Führung formierte, führte Gauck als Sprecher des Neuen Forums in Rostock Demonstrationen an.

Gauck war schon immer Mensch der sich nach Freiheit sehnte. Eine Sehnsucht, die wir heute, 23 Jahre nach dem Fall der Mauer nicht mehr kennen. Eine Sehnsucht die Menschen zusammenhalten lässt. Joachim Gauck ist eine unglaubliche Persönlichkeit mit strikten Vorstellungen. In Amerika würde man dazu wohl Hardliner sagen.

 

Er findet die Occupy-Proteste "unsäglich albern“ und erntet dafür von dummen Usern im Netz böse Achtung. Er begrüßt den Einsatz der Bundeswehr im Ausland und er bescheinigt Sarrazin Mut und Courage zum Ansprechen von Problemen in der Gesellschaft. Gauck ist ein Präsident der anecken kann. Dies geschieht allerdings nur aus der tiefsten Überzeugung zur Freiheit, zur Liebe zur Marktwirtschaft und zur Solidarität unter den Menschen.

 

Joachim Gauck mag den intelligenten Bürgern dieser Republik wie ein Segen vorkommen. Und das ist er auch. Kleinkarierte, Dumme, Linke und Netzaktivisten haben da keine Möglichkeit den "Präsidenten der Herzen" gut zu finden. Aber das müssen sie auch nicht, denn man lebt schon länger in einer eigenen verzogenen Welt.

 

Und wo wir schon einmal bei den Linken sind sprechen wir natürlich auch noch über Parteipolitik. Auch wenn das Amt nie ein parteipolitisches Amt war hat Angela Merkel es vor 2 Jahren dazu gemacht. Man kann es ihr nicht wirklich verdenken. Rot-Grün hätte gewiss nicht anders gehandelt. Doch gestern hat sich einmal mehr die hässliche Fratze der Politik gezeigt. Überraschend war nur, dass am Ende die Demokratie siegte und man die Politik doch wieder gern haben konnte.

 

"FDP erpresst die Union" - welch unsäglicher Scheiß. Die FDP ist eine eigenständige Partei (noch) und hat das Recht auch einen Vorschlag zu machen. Wäre die FDP vor 2 Jahren in keiner Regierungskoalition mit der Union gewesen, dann hätten sie auch Gauck gewählt. Die FDP hat richtig gehandelt und Angela Merkel konnte nicht sofort zustimmen. Sie musste abwägen: Gesicht verlieren und Fehler eingestehen oder Risiko einer Regierungskrise eingehen. Sie entschied sich für das kleinere Übel und nahm das verlorene Gesicht. Doch das zeigt eins: sie, als sichere Hardlinerin, kann über ihren Schatten springen. Respekt Frau Bundeskanzlerin. Daneben benahm sich einmal mehr die SPD. Nahles und Gabriel tanzten zur Melodie von "We Are the Champions" den "Wir-hatten-Recht"-Blues und gaben sich einer unendlich triefenden Selbstbeweihräucherung hin.Die Linken sind es schon lange nicht mehr wert erwähnt zu werden. Einzig FDP und Grüne freuten sich einfach über die gelungene Kandidatensuche. Politik - wie bist du doch eine freundliche Hure.

 

Joachim Gauck kann einiges werden. Doch eines ganz sicher nicht: Ein Blender. Gutes Händchen und eine Hand voll Spaß am Streit für diesen Bundespräsidenten.

 

Florian Pasterny

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Kommentare: 1
  • #1

    Jenny (Mittwoch, 22 Februar 2012 17:45)

    Ich finde den Artikel sehr gut und finde ebenfalls, dass Gauck eine Bereicherung werden könnte. Er muss vielleicht nur daran arbeiten als Konsenskandidat ebenfalls den Konsens lieben zu lernen.

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