Standard & Poor's dreht durch

von FLORIAN PASTERNY

 

Sie tun es schon wieder. Sie drehen durch. Standard & Poor's droht 15 Euro-Staaten die Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit. Allein Deutschland und Luxemburg könnten den Topwert AAA in den nächsten 30 Tagen verlieren - ein Skandal. Doch der eigentliche Skandal liegt in der Informationspolitik der Ratingagentur. Wieder einmal schafft Standard & Poor's es nicht, höchst kurs- und marktrelevante Informationen zeitgleich und damit fair zur Verfügung zu stellen.

Nach Handelsschluss in Europa, aber noch zur Handelszeit in den USA kurz vor 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit bekommen Händler, die FT und die Nachrichtenagentur Bloomberg Wind von der Drohung von Standard & Poor's gegenüber den Euro-Staaten, die sich sofort wie das sprichwörtliche Lauffeuer verbreitet, den Euro knapp ein Cent zum US-Dollar einbrechen und die US-Aktien zwei Drittel ihrer Tagesgewinne preisgeben lässt - obwohl die Agentur erst ab 16:26 Uhr US-Ostküstenzeit (22:26 Uhr Mitteleuropäischer Zeit) und somit auch nach US-Handelsschluss ihre Entscheidung öffentlich macht und begründet.

Standard & Poor's hat ein Imageproblem. Falsche Informationen, wie der Frankreichschock im November, heute die Drohungen und Erpressungsversuche gegen Europa - S&P wird zur Persona non grata. Die Ratingagentur ist an einem Punkt angelagt an dem sie nie hinwollte. Durch Unabhängigkeit und Fairness wollten sie Größe beweisen - das Gegenteil ist der Fall. Die Regulierung der Agenturen wird nicht nur von deutschen Politikern gefordert. Standard & Poor's hat zu viel Macht - auch wenn die Politiker immer wieder betonen, dass man so einer Ratingagentur nicht mehr glauben solle als dem Baron von Münchhausen.

Die Lage in Europa wird dadurch noch prekärer. Natürlich ist S&P nicht Schuld an der Krise - aber Schuld daran, dass die Euro-Staaten es nun mal wieder ein Stück schwerer haben werden als gestern.

 

Florian Pasterny

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