Kausalität der Wünsche - EM 2012 und die brennenden Hunde

von FLORIAN PASTERNY

 

Es finden sich RTL-Reportagen, billige Klatschseiten in den Zeitungen und nervige Kettenbriefe bei Facebook zu dem Thema. Schuld ist die Fifa EM 2012 in Polen und der Ukraine. Zumindest wenn es um die Proletarier geht, die einen innerdeutschen Aufstand der Hausfrauen proben. Straßenhunde sollen verbrannt und getötet werden. Ein Kausalzusammenhang wird nicht nur vermutet sondern von windigen Geschäftemachern vorrausgesetzt. Nutzer der sozialen Netzwerke scheinen darauf hereinzufallen und bombadieren uns mit ihren nervigen Boykottaufrufen zur EM 2012. Die Diskussion hat ein Hausfrauenniveau erreicht, welches nicht einmal mehr durch schlagfertige Argumente kippbar ist. Emanzen des mittleren bis niedrigen Bildungsniveaus, also Einkäuferinnen bei Schlecker, reihen sich in die Gruppe der Empörcasper ein.

Straßenhunde sind ein Problem. Das ist wohl allen klar. Gerade in den osteuropäischen Ländern wird es immer mehr zur Zumutung. Schuld ist wie immer der Krieg. Die Menschen haben Dörfer und Städte schlagartig verlassen und zurück blieben nur die Hunde. Diese haben furchtbar fix miteinander Freundschaft geschlossen und schon gab es wieder mehr Hunde. Heute leben die Hunde in Rudeln, pflanzen sich immer noch schlagartig fort und sind zwar nicht gefährlich aber lästig. Für die Umwelt, für die Lebensqualität und für andere Tiere. "Gegen das Hundemassaker zur EM 2012" - "Stoppt die EM 2012 wegen der Hunde". Solch ein Unsinn dominiert die Internetforen und sozialen Netzwerke.

Ein Zusammenhang ist nur schwer herauszukitzeln. Viel mehr ist es so, dass so eine EM einen infrastrukturellen Nachholebedarf stillt und die Menschen vor Ort wieder in Lohn und Brot stehen. So ein Großereignis ist keine Bürde für die Menschen und das Land - es ist eine Chance. Und diese gilt es zu nutzen. 

 

Ich für meinen Teil werde die EM 2012 nun richtig genießen. Zum einen weil sie stattfindet obwohl die Glucken neben der Hausarbeit noch zum Boykott aufrufen und zum anderen weil die EM 2012 kein Grund für den sinnvollen und sinnlosen Tod vieler Hunde darstellt. Bleibt am Ende die Frage welche Art wohl würdevoller für die Hunde ist. Ein Tod oder der tägliche Kampf ums überleben.

 

Florian Pasterny

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Kommentare: 13
  • #1

    Angelika (Dienstag, 22 November 2011 21:26)

    Anscheinend haben Sie im wahren Leben so wenig zu sagen und sind auch nicht sonderlich informiert, Ihre Provokation ist trotzdem eine gute Hilfe, das Thema noch mehr bekannt zu machen.
    Danke dafür.
    :o)

  • #2

    Kiki (Dienstag, 22 November 2011 21:29)

    Aha, ich bin generell gegen Tierquälerei und finde empfinde diesen Artikel mehr als unpassend. Nicht nur , dass sich Leute die sich versuchen , ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzten als "Proletarieat" verschrien werden und als dümmliche Hausfrauen abgestempelt werden , nein , vielmehr schokiert mich wie jemand so die Augen vor der Warheit verschließen kann und sich selbst als fähiger Kritiker und Jornalist bezeichnet.
    Dieser Kommentar ist nichts außer würdelos und föllig unter der Gürtellinie.

  • #3

    Paskal H. (Dienstag, 22 November 2011 21:33)

    Herr Pasterny,

    Ihr Beitrag hat manches was zwar wahr ist, aber es rechtfertigt dennoch nicht das Hundemasaker in der Ukraine. Hunde sind zwar in Ukraine und in vielleicht noch anderen Ländern ein lästiges Problem, dennoch darf man folgendes nicht vergessen: Solange mit Hunden wie mit Gegenständen umgegangen wird und teilweise wenn das Interesse am Hund erlischt, ihn wegschmeißt dann wird es noch öfter zu solchen wie sie es darstellen "Plagen" kommen.
    Desweiteren darf man nicht vergessen, dass es sich dennoch um Lebewesen handelt und dass das ganze Plagen-Getue kein gutes Argument ist. Daher ist an ihrem Beitrag schon etwas wahres, aber viel eher auch ein Versuch dabei das ganze ins lächerliche zu ziehen.
    Das ist meine Meinung.

    Paskal H.

  • #4

    Baumgart (Dienstag, 22 November 2011 22:06)

    Das die EM einigen Menschen für kurze Zeit einen besseren Lebensstandard bietet ist wohl wahr, doch leider nur für kurze Zeit!
    Auch ist es eine Tatsache, das Strassentiere schon seit längerem auf diese Art "verschwinden"..-Anmerkend noch- Es ist ein Unterschied ob ein Tier per Kopfschuss stirbt oder bei lebendigen Leibe verbrannt wird..
    Und leider ist es auch so das für die EM im Akkord so hässlich gearbeitet wird und immer mehr unmoralisches für die paar Tage vorgenommen wird. Wie letztes mal bei South African die Slums mit einem Mauerbau weg geblendet wurden.
    Hier Deutsche Hausfrauen zu beschuldigen und an zu greifen ist fad, zumal Protestanten aus verschiedenen Ländern (wo es keinen schlecker)diese Meinung teilen!
    Diese Aussage lässt denken, das Herr Pasterny ein gelangweilter Hausmann ist dessen Bildung nicht genügend gefördert wurde, wahrscheinlich keine "Deutsche Hausfrau" abbekommen hat und der gerne in billig Discountern einkaufen geht, sich aber dabei schämt...

  • #5

    Nathalie (Mittwoch, 23 November 2011 09:50)

    Also, es ist richtig, man wird zu dem Thema der Zeit ja schon direkt damit überschwemmt. Ich geh schon kaum noch irgendwo auf Communities, weil ich keine Lust habe, irgendwelche abscheulichen Bilder zu sehen mit Kommentaren wie: "Wie können Menschen nur so grausam sein!" - "Die armen Hunde werden ja richtig hingerichtet!" - "Das muss man doch direkt teilen, damit die EM nicht stattfindet!" etc. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es da im Fernsehen nicht anders aussieht.

    Ich selbst habe keinen direkten Einblick in die ganze Geschichte, aber ich weiß auch, dass es im u.a. im Osten viele solcher "Hunde-Probleme" gibt.

    Und das diese sich immer weiter lustig vermehren ist ja durchaus nichts neues.

    Mal ehrlich: Die Menschen, die ein paar Hunde töten, weil es irgendwo auch dem Schutz der vorhandenen Bevölkerung dient und die Plage dadurch nach und nach aufhört, finde ich wesentlich sinnvoller, effektiver und weniger grausam, als das, was man den eigenen Mitmenschen im zweiten Weltkrieg antat.

    Mag jetzt vielleicht etwas weit hergeholt sein, aber irgendwie muss man das ja vergleichen...

    Von dem her werde ich mich auch nicht gegen die EM stellen und etwas "boykottieren" was an und für sich für alle etwas gutes ist. Ja, mag sein, dass die "Abschlachtungsmethoden" etwas "unschön" sind- aber viele Möglichkeiten hat man ja auch nicht.

    Die Deutschen sollen sich mal vorstellen, hier würden an jeder Straßenecke irgendwelche wilden Hunde herumlungern. Das fänden die auch nur maximal 10 Tage toll.

    So viel erstmal dazu.
    Wenn es weitere Kommentare gibt, lasse ich mich wieder blicken..

  • #6

    Yvonne (Mittwoch, 23 November 2011 10:16)

    Manchmal könnt ich dir ins Gesicht schlagen. Keine Ahnung warum.

  • #7

    Andreas Starke (Mittwoch, 23 November 2011 10:19)

    Er traut sich wenigstens zu sagen was viele nur denken ;)

  • #8

    Tina (Mittwoch, 23 November 2011 10:20)

    Ich kaufe auch bei Schlecker ein...

  • #9

    Katharina F. (Mittwoch, 23 November 2011 10:21)

    Also erstens stört es mich, dass du nur vom "Hausfrauenprotest" sprichst (auf meiner Startseite halten sich Frauen und Männer beim Weiterposten dieser Bilder die Waage), und zweitens hab ich den Kausalzusammenhang zwischen Hunden und Umweltbelastung nicht ganz verstanden (die Umwelt wird durch die angeworfenen Krematorien wahrscheinlich stärker belastet als durch ein paar "Ausscheidungen", falls du die meinst). Ich muss aber auch sagen, dass mich die Doppelmoral von manchen Pseudoaktivisten auch stört, denn einerseits zu glauben mit einem Klick auf "Teilen" etwas Gutes getan zu haben und sich andererseits das abgepackte Billigfleisch aus Massentierhaltung reinzuhauen, ohne die Spur eines schlechten Gewissens, find ich auch lächerlich.

  • #10

    Kerstin (Freitag, 02 Dezember 2011 13:42)

    Was soll das bitteschön hier die Hausfrauen anzugreifen. Was glauben Sie denn WER sie sind? Sollte man nicht die Meinung andere Respektieren? Wäre ihnen doch auch lieber,oder?

    Und zum Thema Niveau, dazu brauche ich wohl nach Ihrem Bericht nichts mehr zu sagen...immer schon an der eigenen Nase packen!!!

  • #11

    Selina (Freitag, 02 Dezember 2011 14:34)

    Kommt nur mir das so vor oder kapieren die Idioten hier nicht um was es in dem Artikel geht? Der soll doch provozieren und spricht ein heikles Thema an. Zudem ist der letzte Absatz doch eindutig und zeigt die Positionierung Pasternys. Womöglich kann man den Artikel aber nur verstehen, wenn man ein bestimmten Grad der Intelligenz hat. BILD-Leser werden hier, wie oben bewiesen, ihre Schwierigkeiten haben. Wer Rechtschreibfehler findet, der darf sie bahlten. Ich rege mich derweil weiter über Dummheit auf.

  • #12

    Markus Rechten (Freitag, 02 Dezember 2011 14:51)

    Ich kann Selina nur beipflichten. Diese militanten Freizeittierschützer regen sich hier über einen Artikel auf, der im Kern das ausspricht was andere nur denken. Mich nerven diese Hobbyaktivisten in Facebook und Netlog genauso und ich mag auch Hunde. Dennoch versteife ich mich hier nicht in einer Meinung, sondern kann akzeptieren, dass Herr Pasterny provozieren möchte und sogar selbst von "sinnlosen" Toden spricht. Aber wer etwas böses lesen will - der tut dies auch. Amen

  • #13

    Nadine (Mittwoch, 14 Dezember 2011 16:11)

    Also ich finde den Artikel genau richtig! Mit etwas Grips und pfiff kann man glaub ich den hintergrund ganz gut verstehen.
    Allerdings behaupte ich fest das wieder einmal zu viel die armen Hausfrauen herhalten müssen.
    Die Hartz4 Empfänger könntest du ruhig auch mal erwähnen!

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