Generation 80+ - Verwirrend, Verweichlicht, Verdummt

von FLORIAN PASTERNY

 

Nach außen hin cool und nach innen ein Häufchen Angst, gepaart mit Elend. So sind wir. Generation 80+. Die Generation 80+ beschreibt die Jahrgänge 1980-1990. Wir sind in einem Europa ohne Krieg aufgewachsen. 70 Jahre kriegsfreies Europa gilt es zu feiern. Für die Nachteile der DDR noch zu jung, für den kalten Krieg zu ungebildet und für Kosovo, Afghanistan und 9/11 zu weit weg. RAF - Terror, 68er, München 1972, Oktoberfest 1980 – Ereignisse die wir im Hinterkopf haben, aber nicht weiter erklären wollen. Der Terror von New York und Norwegen ist nicht an unserer Seite, sondern weit weg. Wir geben uns cool, wir geben uns lässig – strotzen den Gefahren und durchleben doch eine Welle der Unzufriedenheit. Im Schafspelz gefangen und dem Untergang geweiht – die Angst spielt mit und sie wird lauter.

Das Gefühl, nichts schlimmes erlebt zu haben macht uns müde. Wir konterkarieren durch unsere nette Kindheit die Möglichkeit, Dinge positiver zu sehen. Die Politik kotzt uns an, Merkel ist hässlich und Westerwelle sowieso eine Schwuchtel. Bildung genossen aber nicht wirklich gelebt – eine grässliche Vorstellung, die wir uns bieten.

 

Die Frauen sind männerhassende Feministinnen und Männer weichgespülte Muttersöhnchen geworden. Verantwortung möchte niemand mehr übernehmen und wenn, dann nur noch zwangsweise. Stinkende Hartz IV- Generationen werden nach und nach gezüchtet – und ein Entkommen ist nur in eine suizidale Richtung möglich.

 

Wir brauchen einen Paukenschlag der Ernüchterung. Eine grenzdebile Erfahrung. Eine nüchterne Auseinandersetzung zwischen Elend und blutiger Begeisterung. Stuttgart 21 war so ein Anfang. Schwach konstruiert und zum falschen Thema – aber ein Anfang. Eine Revolution wäre auch denkbar. Aber wogegen? Den schreienden Kapitalismus? Gegen Marktwirtschaft? Oder gegen ein einheitliches Europa? Gegen Nazis und Konsorten? Gegen Linke und Lobo? Wir sind Mitglieder einer Bourgeoisie und lehnen uns gegen das Proletariat auf. Wir gegen die Welt. Wir brauchen eine subversive Ordnung.

 

Alles Quatsch. Was wir brauchen ist die Zufriedenheit. Wir brauchen Vorbilder die uns weiterhelfen und nicht welche die mit 27 einen Drogentod erleben und mit 34 den Big Brother- Container gewinnen. Wir sollten viel dankbarer sein – für Freiheit und Demokratie. Stattdessen reden wir alles schlecht und bringen unser heruntergekommenes, asoziales Leben irgendwie hinter uns. Generation 80+ hat vieles – nur keine guten Seiten.

 

Florian Pasterny

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Kommentare: 7
  • #1

    Marco (Donnerstag, 15 September 2011 17:42)

    Es sind vielleicht nicht die Vorbilder die uns fehlen, sondern einfach eine Identität, welche den 80ern dadurch gegeben werden sollte.
    Der Rückgang der Vorbilder in den letzten Jahrzehnten ist nicht nur einer Überhäufung von unantastbaren Medienhelden und Konsumhelden zu verdanken. Nein, auch der eigenen Resignation gegenüber den realen vorzufindenden Menschen. Wir bekommen heutzutage eine Welt suggeriert, welche von Vorbildern und Helden nur so strotzt. In den Nachrichten und Boulevardblättern werden Mensch gefeiert, welche Gesichter und Namen ich nur durch Fotos kenne oder nun mal weiß wie diese geschrieben und ausgesprochen werden. Es fehlt hier einfach der Bezug zu Personen, welche ich wirklich in meiner Realität erfahren kann, kennenlernen kann. Mich mit ihnen auseinandersetzen kann, mich mit diesen Menschen identifizieren kann und mir meiner Identität bewusst sein kann. Denn erst dann kann ich von Zufriedenheit und gelebten Vorbildern reden. Vom Mann im Mond kann mir jeder etwas erzählen, doch sehe ich selbst, ob dieser dort das Licht an und aus macht?! Es liegt demnach an jedem selbst, ob man sich aus seinem "unmündigen Selbst" befreit oder ob man sich halt immer und immer wieder seinem "ernüchternden" Alltag stellen möchte. Es bedarf keinen Paukenschlag, sondern einfach eines "inneren Strebens" nach Veränderung, Zielen und Vorbildern. Identifikation fängt an, wo der Wille nach (Weiter)Entwicklung ist!

  • #2

    Karsten K. (Freitag, 16 September 2011 10:46)

    Als ein in den 70ern Geborener stimme ich vor allem der Überschrift vorbehaltlos zu ;-p

  • #3

    Sascha Fehrentz (Freitag, 16 September 2011 10:46)

    Wow, mitunter einer der oberflächlichsten Artikel mit Anspruch auf Beobachtungsgabe, den ich je gelesen habe.

  • #4

    Fu-Ki (Freitag, 16 September 2011 10:49)

    Ich stehe zwischen den Stühlen, in manchen Punkten muss ich Recht geben in anderen wiederum kann ich nur contra geben....
    Aber an sich eine sehr interessante Feststellung :)

  • #5

    Tina Schumacher (Freitag, 16 September 2011 10:49)

    Ein Kind sucht sich Vorbilder zunächst einmal in der Familie. Dort findet es vielleicht Eltern , die Hartz IV bekommen und nicht arbeiten wollen, oder aber Eltern, die nichts lieber möchten als arbeiten, die aber nichts bekommen - außer hartz IV - und sich mehr und mehr wertlos fühlen und es gibt diejenigen, die soviel und so schwer arbeiten müssen, dass es schon über ihr menschliches Potential hinausgeht und die sich irgendwann dann im Burnout wiederfinden... Wirklich Zeit für die Kinder haben sie nicht. Wo ist der goldene Mittelweg? Unsere Gesellschaft fährt sich selbst gegen die Wand. Ausgebrannt...

  • #6

    Anastasia (Freitag, 16 September 2011 10:50)

    Bin ich froh - Jahrgang 50+ aber was und warum soll an meiner Generation eigentlich besser sein! ? Macht Euch nicht schlechter als Ihr seid!

  • #7

    Frieda (Freitag, 16 September 2011 10:52)

    sehr cool, dass du dich damit auch beschreibst und so voller optimismus bist :D

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