Wie die Wirklichkeit der Moral widerspricht

von FLORIAN PASTERNY

 

Moral ist dehnbar. Wohl das dehnbarste Wort der Welt, neben der Liebe. Dann ist moralische Liebe wohl der undefinierbarste Begriff aller Zeiten.Moral ist doch nur ein weiteres Synonym für Wunsch. Wie oft wünschte man sich Moral und es wurde doch nur ein schlechter Kompromiss aus eigener Überschätzung und vorangegangener Ausweglosigkeit.

Wer wirklich moralisch ist - werfe den ersten Stein. Es wird keiner tun. Moralisch leben, heisst sterben. Für viele ist das einzig moralische im Leben der Tod. Aber auch das ist nur eine Art und Weise der Definition des Wortes Moral. Vielleicht handeln wir jeden Tag höchst moralisch und merken es nicht einmal - so verhält es sich ja auch mit der Lüge. Aber ist die Lüge das Gegenteil von Moral? Oder ist die Lüge gar Moral? Nein die Lüge ist nicht das Gegenteil von Moral. Sie ist das Gegenteil von Ehrlichkeit. Aber Ehrlichkeit heisst nicht gleich Moral. Illoyalität ist vielleicht das Gegenstück der Moral.

Gehen wir davon aus, dass es so ist. Kopfschüttelnderweise muss man anerkennen, dass nur ein Bruchteil der Leser die Eigenschaft des Lesens und Verstehens dieser Botschaft herauskitzelt. Der Rest wird widersprechen. Oder gar nicht erst weiterlesen.Wie dem auch sei, die Loyalität ist moralisch. Moralischer als Wahrheit. Wahrheit kann weh tun. Nein Wahrheit tut weh. Wie die Lüge. Aber die Lüge tut nur weh, wenn sie ans Licht kommt - ansonsten bleibt es die Wahrheit die sowohl gelogen als auch moralisch wehtut. Wahre Lügen? Ein schwieriges Experiment das nun zu erläutern, ohne als großer Widerspruch gesehen zu werden.

Kommen wir zum Kern. Oft stehen wir an Punkten im Leben, in denen uns viele Wege den Weg zum Erfolg ebnen wollen. Welcher Weg und wieviele für dieses Ziel sich verantwortlich zeichnen, wird man nie herausfinden. Man hat einen moralischen, einen ehrlichen, einen illoyalen und vielleicht noch einen dreckigen Weg. Geht man über Leichen oder spielt man Gandhi für Arme? Auch eine Glaubensfrage. Folge ich Gott, Vorbildern oder mir selbst? Nichts ist unendlicher wie das Leben. Das höchste Gut der Menschheit ist nicht Geld. Auch nicht Familie. Keine Wahrheit oder Moral. Es ist auch nicht die Art des Lebens und der Erfolg.

Es ist Zeit.

Ganz einfach Zeit. Mal ist sie nervig, mal zu schnell vorbei und desöfteren auch zäh wie altes Steak. Und dennoch müssen wir auch anfangen das Steak zu genießen. Metaphern lassen sich herrlich leicht in Gedanken verpacken, oder anders gesagt, Gedanken in Metaphern. Das Steak ist unsere Langeweile. Auch die Illoyalität und Lüge. Und dennoch darf man stolz auf das Leben sein. Nicht auf die anderen Menschen. Nur auf das Leben. Egal welchen Weg du wählst - Erfolg ist, was du daraus machst. Ob nun als Bettler, Kellner, Journalist, Fußballprofi, Krankenschwester, Polizist, Musketier oder Unternehmer.Noch nie war der Weg so wichtig wie heute. Moral hin - Moral her. Das Ziel ist der Weg. Der Tod, das Leben. Und du? Du bist.


Florian Pasterny

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Kommentare: 1
  • #1

    Alexandra Szy (Donnerstag, 28 Juli 2011 15:16)

    Gefällt mir, habe mich öfter mit dem Thema beschäftigt.. deine Denkweise finde ich sehr interessant! Netter Text, super zu lesen! =)

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