Sascha Lobo - Der Mann mit roten Haaren

von FLORIAN PASTERNY

 

Es gibt Menschen, die ihr Gesicht in jedes erdenkliche soziale Netzwerk stecken, um derart permanent einen Grad der totalen Penetration zu erreichen, dass man nur noch kotzend das reale Leben in seiner reinsten Form lieben lernen möchte. Der Blogger und selbsternannte Marketing- sowie Internetexperte Sascha Lobo ist so einer.

Vodafone-Prostituierte, fehlgeleiteter Spiegel-Blogger und Möchtergern-Autor. Lobo will alles - kann aber nichts. Sein Buch "Strohfeuer" ist die ausgeburt einer dümmlich hereinblickenden und gescheiterten Lebensgeschichte. Mit seiner Agentur insolvent gegangen und von wahren Internetexperten stets gemieden, schlägt er sich auf die Stufe eines verkorksten New-Economy-Mid-Dreißigers ohne Erfolg. Sascha Lobo konterkariert durch eigene Selbstüberschätzung die Möglichkeit erfolgreich zu sein. Mag sein, dass dies das Lebenskonzept eines in der neuen Medienwelt lebenden Menschen ist, aber Erfolg kommt von können - nicht von wollen. Sascha Lobo bestätigt diese These des Nichterfolges darin, dass er Erfolg wie folgt definiert: "Anhand von den Followern bei Twitter wird ausschließlich der Erfolg bestimmt". Ein weiteres Zitat von Lobo? "Die Frisur macht 90 % des Lebens und des Erfolges aus - und man muss ein Buch über das Internet schreiben. Dann ist man wenigstens Autor."

Eine stupide Denkweise relativiert sich nicht dadurch, dass sie immer weiter öffentlich angepriesen wird - sondern stets durch die Selbsterkenntnis Unrecht zu haben. Substanz hat fast keine seiner Aussagen. Alles modernes, hippes Wischiwaschi. Viele seiner so vehement vetretenen Ansichten halten einer qualitativen Überprüfung nicht stand. Dieser Herr wird von Talkshow zu Talkshow herumgereicht und niemand erkennt, von den älteren Herren der TV-Welt, die eigentliche Leere seiner Sätze. Er wird eben stets einer nicht vorhandenen aber gerne gesehenen subversiven Szene zugedichtet.

Sascha Lobo schreibt abstrakt und voller Hingabe zur unterirdischen Überbringung von Informationen. Er schreibt wie Goethe. Goethe aber gibt nicht vor, den Menschen die Welt in ein paar Absätzen erklären zu wollen.
Sascha Lobo ist der Unterschichten-Blogger im Stile einer 'Mitten im Leben'- Sendung. Vieles wirkt gescript und am Ende kommt kein Nutzen dabei herum. Er fühlt sich als Mitglied einer Bourgeoisie und übersieht fatalerweise, dass er doch nur ein Mann mit roten Haaren ist.

 

Florian Pasterny

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Kommentare: 1
  • #1

    Jenny (Mittwoch, 27 Juli 2011 11:48)

    Ich finde diesen Kerl unerträglich, arrogant und einfach widerlich. Danke für diese nüchterne Einsicht.

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