Guttenberg Gate

von ATTILA TERI

 

Deutschland – ein Hort des Glücks, der Zufriedenheit und Sorglosigkeit. Müsste die Welt an sich denken, wenn sie über den Skandal um von und zu Münchhausen, pardon, Guttenberg, erfährt. Alles um uns bricht auseinander oder zusammen, die halbe Welt steht Kopf oder versinkt gar im Chaos, nur im gemütlichen Deutschland gibt es seit Tagen kein anderes Thema mehr, als das angebliche Schummeln unseres einzigen Politstars.

Die wildesten Theorien, Anschuldigungen und Unterstellungen ziehen immer größere Kreise und so sei doch die Frage erlaubt, wer und warum trat die Lawine los, aber vor allem, wem nutzt sie? Unser Freiherr schaffte in wenigen Jahren das, wovon alle Politiker nicht einmal zu träumen wagen: über alle ideologischen Grenzen hinaus, beliebt, geachtet und ernst genommen zu werden.

Zündete etwa die Kanzlerin die Bombe? Gründe hätte unser Angie genügend. Denn der Überflieger schien bisher, wie der Hauptdarsteller aus dem Film „Unzerbrechlich“, nicht tot zu kriegen. Weder  Raketen, noch der stürmische See waren im Stande ihn aufzuhalten. Unsere Kanzlerin, die im Gegensatz zu Guttenberg, nicht gerade als strahlender Beau, sondern eher als alternde Beagle-Dame durch die Geschichte trottet, muss langsam befürchten, dass von und zu bei der nächsten Wahl gar sie an die Leine nimmt und als neues „Herrchen“ ins Kanzleramt einziehen könnte und bekanntlich hat die Taschenausgabe der „Eisernen Lady“ in den letzten Jahren immer dafür gesorgt, dass eventuelle Rivalen rechtzeitig diskreditiert, entmachtet und zermürbt wurden bis sie selbst das Handtuch warfen.

Oder ist der müde lächelnde Riese Seehofer in die Rolle des Brutus geschlüpft? Der fränkische Adelige schwebt seit Jahren wie das Schwert von Damokles über dem Kopf des bayerischen Schwerenöters und auch wenn es in der CSU niemand offen zugeben möchte, viele wünschen sich, dass der Landesvater auf Dauer in Vaterschaftsurlaub geht und Bayern endlich wieder so was ähnliches, wie einen König bekommt.

Aber genauso könnte auch der amtliche rote Marktschreier, Gabriel hinter dem moralischen Mordversuch stehen. Obwohl die Genossen mit Inbrunst neue rote Socken stricken, reichen die wahrscheinlich nur bis zu den Knöcheln eines ABC-Schützen und zerfallen vermutlich schon beim lauen Sturm aufs Kanzleramt. Der Nimbus des edlen Ritters aus dem eh schon verachteten Süden, verbaut möglicherweise ebenfalls den weiteren Aufstieg des von Machtgier besessenen obersten Roten Socke.

„Robin Wood“, alias Jürgen Trittin, aus den Wäldern von Bremen, hat allerdings auch Interesse am Absturz des schwarzen Barons. Er ist ihm mit Sicherheit alles andere als „grün“ und sorgte bisher dafür, dass alle Bemühungen der pseudohumanistischen „Rächer der Enterbten“, die Regierung zumindest in den Umfragen endgültig ins Jenseits zu befördern, scheiterten. Dieser Pfeil von hinten löst alle ihrer Sorgen, falls er voll ins Ziel trifft.

Die Nachfahren Macchiavellis, also die „die gelbe Gefahr“, auch FDP genannt, können wir dieses Mal getrost vergessen. Sie sind schon genug mit dem Untergang ihres durchlöcherten Bootes beschäftigt und kommen mit dem Wasserschöpfen nicht nach.

Und bitte um Nachsicht! Die Linke? Nee, über sie lohnt es sich nicht nur ein Wort zu verlieren.

So käme es allen mehr als gelegen, wenn der amtliche Strahlemann seinen Hut nehmen müsste. Außer denen, die sie vertreten: den Wählern! Aber, seit wann interessieren sich Politiker dafür! Nicht vergessen: Deutschland ist ein Hort des Glücks, der Zufriedenheit und Sorglosigkeit.

Attila Teri

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