Deutsche Bahn - Schläfer des Terrors

von FLORIAN PASTERNY

 

Da ist sie wieder. Diese unterdrückte Angst vor einem Terroranschlag.

Der Zug rollt durch Hamm, Unna, Düsseldorf - alles potentielle Anschlagsziele? 

Dieses Photo hier rechts entstand auf genau dieser Zugfahrt. 1. Klasse. Ich schaue gemütlich einen Film auf dem Notebook - nehme meine Umwelt nicht wahr, ganz anders als es uns vom Innenminister de Maiziere befohlen wurde. Und dennoch beschleicht mich so ein eigenartiges Gefühl. Ich schau mich um und mein Blick fällt sofort auf diese 2 Pakete des Zuges. 

Da ist sie wieder. Diese unterdrückte Angst vor einem Terroranschlag. 

Mir läuft es eiskalt den Rücken herunter. Halt, denke ich. Stopp. Ich schlage mich innerlich. Hallo? Ich bin in Hamm. Wer will denn in Hamm zuschlagen und ausserdem, denk nach Flo - sei rational. Wieder muss ich mich selbst unterbrechen. Wir fahren doch auch durch Düsseldorf und Köln. Oh ja - das sind Anschlagsziele. 

Na gut, der Düsseldorfer Hbf ist hässlich wie die Nacht und ausser, dass der angrenzende Puff samt Nutten Schaden nimmt, auf den und die wirklich alle Reisenden beim einfahren schauen, kann da nicht viel passieren. Die paar Düsseldorfer, denk ich so bei mir.

 

Aber ich will nicht drauf gehen. 

 

Da ist sie wieder. Dieser unterdrückte Angst vor einem Terroranschlag. 

Ich hole mein Handy aus der Tasche, mache ein Photo und schicke eines an mein Twitter-Account, eines an Facebook und eines an die, oh Schande oh Schande, 1414. Ich will heute BILD-Leserreporter werden - koste es was es wolle. 
Nun beschleicht aber doch ein wenig mehr dieses ungute Gefühl und ich brauche jemanden, dem ich das dort erzählen kann.
Polizei rufen, heißt es doch stets. Aber, nein, doofe Idee. Ich habe einen Termin und wenn hier die Polizei anrückt, gibt es stundenlangen Stillstand. Evakuierung, eine Breaking News in N24 und hunderte genervte Eisenbahnler.  

 

Ich entschließe mich nun doch den Schaffner, Verzeihung, Zugbegleiter aufzusuchen. Ein sehr freundlicher Mann mit blauer Mütze steht mir gegenüber. 

Gedächtnisprotokoll:

 

Schaffner:  Ach, da ist nur Material für den Zug drin.

Florian Pasterny: Und da muss das in der heutigen Zeit in Plastiktüten unter einem Sitz liegen?
Schaffner:  Wohin denn sonst?

Florian: Das ist mir doch egal. Dort wo es keiner sieht. 

 

Wortgerangel

 

Florian: Na gut, dann rufe ich nun mal die Polizei und frage, was die Beamten davon halten. Denn genau wegen so einem Scheiß gibt es derzeit die vielen Tausend Notrufe und Paniken. 


Schaffner dreht sich um, schließt den Führerstand auf und packt die Tüten hinter die Tür - nicht mehr sichtbar für die Fahrgäste. Ich grinse. Er schaut schrecklich böse und will sofort mein Ticket sehen. Ich entgegne ein "sehr gerne" und er knippst es mürrisch ab und ward für immer verschwunden. Zumindest aus meinem Blickwinkel. 

 

Da war sie wieder. Diese unterdrückte Angst vor einem Terroranschlag - und dieser Dilettantismus einiger Mitarbeiter der Deutschen Bahn und Ihrer Töchter und Mitbewerber. 


Florian Pasterny

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Kommentare: 13
  • #1

    Andreas (Freitag, 29 Juli 2011 17:40)

    na ja, Florian.... Schade, dass du dich von de rHysterie anstecken lässt. Musstest du es auf einen Machtkampf ankommen lassen? Er hat es dir doch erklärt. Damit müsste es doch gut sein.

    Aber nein...... Du bist echt ne Nase

  • #2

    Andrea (Freitag, 29 Juli 2011 17:40)

    Ich hätte auch Angst gehabt ...

  • #3

    Andreas (Freitag, 29 Juli 2011 17:41)

    tja, noch einer, der auf die Hysterieschiene reinfällt. Andrea, der "Schaffner" hatte es ja erklärt. Und damit ist gut.
    Und so wird es ja auch empfohlen. Ebenen icht die Polizei anzurufen, sondern sich an das Personal zu wenden.
    Florian, bis zu dem Punkt alles richtig gemacht. Nur das "draufsetzen" eines Machtkampfes - war das nötig? Gib doch zu, da ist der investigative Provokateru mit dir durch gegangen.
    Ich finde nein.

  • #4

    Andreas (Freitag, 29 Juli 2011 17:41)

    Anosnten gibt es aus meiner Sicht keine größere Terrorgefahr, als 2008 oder 2007.
    Und ob die Gefahr größer ist oder geringer ist auch egal. Denn Fakt ist, dass wir d eh nichts verhindern können. Nur leben wir jetzt mir mehr Angst. Aber ob die ein guter Ratgeber für unser Handeln ist? Und das sollten Journalisten bitte auch mal bedenken. Ich glaube nämlich, dass die Journalisten sich hier instrumentalisieren lassen.

  • #5

    Sara (Freitag, 29 Juli 2011 17:41)

    In Europa sterben jährlich mehr Menschen durch einen Blitzschlag als durch Terroranschläge. Wollte ich nur mal erwähnt haben...

  • #6

    Andreas (Freitag, 29 Juli 2011 17:41)

    sage ich ja ;-)
    Aber typisch Deutsch ist, es von irgendwem immer eine hundertprozentige Sichrheit zu bekommen. Die gibt es aber nicht. Also müssen wir ja wenigstens jemanden dafür anmachen können. In dem Fall war der Schaffner wohl Florians Blitzableiter.

  • #7

    Merit Seto (Freitag, 29 Juli 2011 17:42)

    Sara, der Vergleich hinkt ein wenig... Wenn die Terroristen sich mal richtig Mühe gebe würden, wäre der Vergleich mit einem Schlag gekippt

  • #8

    Rick (Freitag, 29 Juli 2011 17:42)

    .......sagt einer der keine Verwandte im Zuganschlag von Madrid verloren hat! Würde mich wundern ob Andreas solche Aussagen dann noch von sich geben würde!

  • #9

    Andreas (Freitag, 29 Juli 2011 17:43)

    Hallo,

    Das Schicksal der Opfer von Terror, ob in Madrid, New York oder sonstwo ist beklagenswert und für die Angehörigen und Betroffenen schrecklich. Und um es klarzustellen, es war bitteres Unrecht.

    Um sie zu trauern ist verständlich und angemessen, aber kein Privileeg der Angehörigen. Bei allem angemessenen Respekt vor den Opfern.

    Aber nichts desto trotz wächst eine Gefahr nicht, weil es individuelle Trauer und Betroffenheit gibt.

    Wenn individuelle Trauer solchen Einfluss haben dürfte, was willst du dann denen sagen, die einen Angehörigen aufgrund beispielweise durch Verschklucken an einem Schluck Wasser oder an was auch immer verloren haben. Vor Wassertrinken warnen, weil es ja immerhin nachweislich Menschen gibt, die daran verstorben sind?

  • #10

    Rick (Freitag, 29 Juli 2011 17:43)

    aber auf Herrenlose ,in Plastik verhüllte, Pakete achten und zu hinterfragen wieso sie so gleichgültig gelagert werden. Auch, wenn dieses erklärt wird darauf zu bestehen dass sie anderswo ausser sicht von Passagiere gelagert werden, ist meiner Meinung absolut legetim. Ich verstehe sehr gut Florians verhalten!!! Und freue mich das es Menschen gibt die mitdenken und aufpassen!
    P.S. I will continue in my mother language, sorry. But although I also lost very dear friends in the 9/11 disaster, that is an alltogether different story. Paying attention could prevent bomb attacks in trains,but surely being attentive wouldn`t have prevented

  • #11

    Merit (Freitag, 29 Juli 2011 17:43)

    Hey Rick. I offer my condolece for your friends dying this senseless dead on 9/11 and there is nothing to say agains attention, but there is a big difference to panic. A german man was reported by an old women for terror, because he listened to arabic music on his IPod. Thats to much attention.

  • #12

    Julia (Freitag, 29 Juli 2011 17:44)

    sag mal was heißt hier eigentlich "die paar Düsseldorfer"?!?! ich mein nicht dass ich mich am bahnhof aufhalten würde, denn der ist in der tat ziemlich hässlich, aber es wäre ja theoretisch möglich und ich finde um mich wäre es schon tragisch (püh, wie das klang^^)

  • #13

    Milka (Freitag, 29 Juli 2011 17:44)

    der eindruck der mir bei diesem anti-terror artikel kommt, ist etwas unklar.
    feuer mit feuer bekämpfen?

    ich finde es so überlaufen, das menschen sich ausspielen lassen.

    jemand sagt ab heute sind schwarze haare und braune augen gefährlich. sie nennen sie südländer, moslems, islamisten..... mir egal welche titulierung euch recht ist...
    und die einen sagen ja genau, irgendwer musst ja schuld haben und dann noch die anderen: nein ich protestiere und sende euch meinen hass...
    ergo---reaktionen auf 2 seiten. gegner--befürworter ...
    und genau das ist es,
    sie produzieren hass auf beiden seiten, somit haben sie was sie wollen.

    operantes konditionieren, signallernen, das ist es war bei dieser massenmanipulation herrscht.

    so wie die meinung in diesem artikel hier aufgestellt wurde, sag ich hmm er ist auch nicht besser. vielleicht liegt es daran das menschen dazu neigen zu "katastrophisieren"

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Sie ist das älteste Gewerbe der Welt. Sie ist eine Fleischbeschau. Sie verhindert womöglich Vergewaltigungen. Sie sorgt für Vergewaltigungen und Gewalt. Sie zerstört Leben. Sie bereichert Leben für wenige Minuten. Sie tötet. Sie vergisst nie: Die Straßenprostitution. Die Straßenprostitution in Nordrhein-Westfahlen ist breit gefächert. Es gibt die Drogenstrichs, die Kindermeilen, das Hausfrauenviertel und die Zwangsprostituierten. Freier machen sich wenig Gedanken über die Motivation der Huren. Für sie zählt einzig der Dienstleistungsgedanke. Gute "Ware" gegen gutes aber doch bitte geringes Entgelt. Mehr

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