Erlöse uns

von FLORIAN PASTERNY

 

Wenn die Politik an ihre natürlichen Grenzen stößt braucht es einen Erlöser. Einen Jesus. Messias. Obama ist so einer. Pardon, Obama war so einer. Einst von Presse und Gesellschaft in höchsten Tönen gelobt und nach oben katapultiert. Der schwarze JFK ist nun nur noch ein grauer amerikanischer Präsident. Lange nicht so schlimm wie ein Bush - allerdings auch lange nicht so gut wie ein JFK. Vielleicht sterben Helden wirklich jung und nur der Tod könnte Obama vor der Bedeutungslosigkeit bewahren und retten. Zumindest in der Beliebtheit.

Ähnlich dramatisch ist die Lage in Deutschland. Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg ist einer dieser 'Yes-He-Can'- Kandidaten. Vielleicht auch eine jung wirkende und dynamische Ursula von der Leyen. Wir brauchen Erlöser. Menschen, nein Helden, die uns aus dem grauen Politikalltag befreien. Weg von Schäuble, Ramsauer und Brüderle - hin zu den Guttenbergs, von der Leyens, Özdemirs und Schwesigs. Aber auch diese Helden, wenn sie denn welche werden, werden an ihre Grenzen stoßen. Spätestens dann wenn es an die ungemütlichen Reformen von Rente, Gesundheit und Arbeitsmarkt geht - sinkt der Stern der Allmächtigkeit. 


In einer Demokratie ist dies natürlich alles nicht direkt machbar. Was uns der letzte Held bescherte, baden heute noch Generationen von Deutschen aus. 


Wir brauchen keinen Hype. Wir brauchen interessierte und mündige Bürger. Die Streik- und Protestgeneration zeigt es uns auf. Den Bürgern ist ihr Land nicht egal. Im Gegenteil.  Sie sehnen sich nach Volksentscheiden und öfteren Wahlen. Sie sehnen sich nach Politikern, denen man vertrauen kann. Sie sehnen sich nach Lösungen. Die natürliche Grenze der Politik ist der Türöffner der Erlöser. Doch Erlöser brauchen wir nicht. Heute nicht mehr.


Florian Pasterny

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Kommentare: 1
  • #1

    Merit Seto (Freitag, 29 Juli 2011 17:37)

    "... hin zu den Guttenbergs und von der Leyen..."
    Du lieber Himmel, ich dachte schon. :-)
    Was bringt es uns, wenn wir ein paar heuchelnde Pfeifen gegen andere heuchelnde Pfeifen ersetzen?
    Wir brauchen keine Helden und Idole, sondern müssen selbst unsere Helden sein. Wir müssen aufhören, einmal in 4 Jahren brav ein Kreuz zu machen (wobei sowieso die wenigsten der Wähler erklären können, warum sie gerade diese Partei wählen) und den Rest der Zeit brav den Mund zu halten.
    Es wird nicht besser, wenn wir die Pest gegen Colera ersetzen oder statt Brennesseln Diesteln pflanzen.
    Wir sollten endlich begreifen, dass auch der individuelle Bürger Politik machen kann und vor allem nicht überall mitmischen muss, wenn man mit sich selbst nicht klar kommt. Schön, dass wir mittlerweile zu den beliebtesten Ländern der Welt gehören - aber war es das wert?
    Sehnsüchtig blick ich zB in die Schweiz, die sich aus allem raus hält und dafür funktioniert.
    Der Deutsche hingegen, macht brav mit eingezogenem Kopf und hängenden Schultern, was ihm gesagt wird und lässt sich Abends schön mit Formaten wie DSDS, Topmodel und all dem Blödsinn weis machen, dass es irgendeine Chance gibt ohne Vitamin B und/oder (eher und) Kapital eine Aufstiegschance zu haben , bis er nicht mehr kann und sich dann ernsthaft noch erdreistet dem schönen Gesundheitssystem zur Last zu fallen.
    Wenn man auf Fälle wie Stuttgart21 sieht, so ist es doch vielmehr der Schrei nach Mitspracherecht des Volkes als Protest gegen das Projekt (gewesen).
    Vielleicht schafft es irgendwann das ganze Volk, den bequemen Sozialstaatarsch hoch zu bekommen und sein eigener Held zu werden, denn NIEMAND braucht eine Kanzlergattin, die sich selbst zur Kinderschützerin erklärt und entgegen aller Menschenrechte öffentliche Selbstjustiz ausüben lässt.
    Ach ja - der letzte Held der Deutschen hat dafür gesorgt, dass uns Israel immer noch nicht leiden kann.

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