Wie ist die Lage?

von ATTILA TERI

 

Wie ist die Lage? – heißt es in Israel, wenn man allgemein fragt, wie es einem geht. Aber wie ist die Lage in Deutschland? – frage ich mich zunehmend, wenn ich unsere ehrenwerten Volksvertreter ansehe? Ich bezeichne mich eher als links-liberal, gehöre allerdings inzwischen auch zur wachsenden Gemeinde der Wechselwähler. Und genau das verursacht mir erhebliche Kopfschmerzen. Wenn es so weiter geht, gehen mir die Parteien aus! Zumindest die, die bislang für einen Demokraten, für den ich mich halte, wählbar sind!

Die Roten sind nicht mehr die Roten, die Grünen sind immer grüner, versuchen aber auch ein bisschen gelb und rot zu werden, Die Schwarzen taumeln zwischen schwarz-braun-gold und nehmen auch noch einen Pinselstrich rot und grün. Die Gelben sorgen dafür, dass man sich über sie nur noch schwarz ärgert. Und das war es dann auch. Wenn es in Deutschland ein Integrationsproblem durch die „Völkerwanderung“ – auch demografische Veränderung genannt gibt, dann gibt es aber auch ein fast noch größeres Problem: Die Meinungswanderung. Ein Opportunist fragt einen Bekannten: Entschuldigung, könnten Sie mir Ihre Meinung mitteilen, damit ich auch eine habe! Ungefähr so inflationär gehen unsere lieben Volksvertreter mit ihrer Meinung um. Lasst doch gleich Emnid und Forsa die Regierung Woche für Woche neu stellen! Schlimmer kann es wohl auch dann nicht kommen, oder? Doch! Denn die Orientierungslosigkeit, gepaart mit Populismus und fehlendem Rückgrat, verunsichert nicht nur die Gesellschaft, sie kann auch zu deren Zusammenbruch führen. Ein geschickter Demagoge, Marke Goebbels, hätte heute wieder leichtes Spiel. Zum Glück ist bislang noch keiner aufgetaucht, aber das sollte uns nicht in trügerische Sicherheit wiegen! Das hat die Geschichte nicht nur einmal gelehrt. Die Frage ist für mich eher, wollen wir solange warten, bis es so weit ist, oder sorgen wir dafür, dass es nicht so weit kommt? 


Mein konstruktiver Vorschlag wäre, dass sich die wenigen, klugen Köpfe, die zweifelsohne in allen Parteien und auch in der freien Wirtschaft vorhanden sind, zusammenschließen und aufhören sich gegenseitig zu beschimpfen, zu blockieren und Wendehals zu spielen. Die Probleme unserer Welt sind für Parteipolitik jeder Art zu groß geworden und es bedarf den Zusammenhalt und die Zusammenarbeit aller demokratischen Kräfte, um den drohenden Untergang zu vermeiden. Denn gegenwärtig gibt es kein einziges parteipolitisches Programm, das tatsächlich auf Dauer einen Lichtblick bietet – zumindest in meinen Augen. Die Konservativen zeigen sich unfähig mit der Zeit zu gehen, die Liberalen verkommen zu Vasallen der Industrie, die Grünen wollen alles auf einmal und die Sozialdemokraten finden den Weg zwischen gesunder Marktwirtschaft und gerechter Sozialpolitik nicht. Und doch gibt es in allen Parteien Menschen, die etwas bewegen könnten, wenn sie nicht in ihren parteipolitischen „Gefängnissen“ sitzen würden. 
Also, hört auf mit den Sandkastenspielereien und werdet endlich erwachsen! Dann könnte „die Lage“ sich tatsächlich ändern und meine Kopfschmerzen könnten endlich wieder verschwinden!


Und bevor ich es vergesse: Sabbath Shalom wünscht der ungarische Wochenendhobbyjude!


Attila Teri

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