Legal, illegal, scheißegal

von FLORIAN PASTERNY

 

Die institutionalisierte Abzock- und Mafiaorganistation GEMA hat wieder zugeschlagen. Kleine süße und mitunter lustige Kindergärten müssen 56 Euro bezahlen, wenn sie für Martinszüge oder Weihnachtsfeiern aktuelles Liedmaterial auf Zettel kopieren, damit auch jedes Kind samt Mama und Papa mitsingen darf. Die Gema sagt: Wer nicht zahlt, handelt illegal. 

Oh oh, dieses böse Wort : illegal.

Ich sehe es vor meinem geistigen Auge. 2-4 jährige kleine Mädchen mit süßen Locken und Pipi Langstrumpfzöpfchen sowie kleine süße Jungs werden in Handschellen abgeführt und in die Gefangenensammelstelle "Kleine Zwerge" der JVA Blödhausen gebracht. Die Haare nach hinten gegelt, frisierte Anwälte im C&A Nadelstreifenanzug und 19,99 EUR Deichmann Slippern betreten die Vernehmungsräume und geben jedem Kind die Chance, die Angelegenheit mit 56 EUR zu bereinigen. 


Schlimm genug, dass es kleine Gruppen, Kneipen und YouTube- User trifft, nun auch noch die kleinsten der Kleinen : unsere heiligen Kindergärten. 


Wem nützt dieses System eigentlich? Schauen wir uns doch mal dieses untransparente und blöde System an.Auch Urheber, die Interpreten ihrer eigenen Werke sind, müssen – sofern sie selbst als Veranstalter auftreten – die Veranstaltungsgebühren an die GEMA abführen. Bei mehr als 80 % eigenem Repertoire können sie mit der so genannten Nettoeinzelverrechnung (auch: Direktverrechnung) diese Beträge zurückerwarten.Bei der öffentlichen Nutzung von Unterhaltungs- und Tanzmusik geht die GEMA grundsätzlich solange von einer Verwendung von Stücken aus dem GEMA-Repertoire aus, bis der Nutzer der Musikstücke per ausgefülltem Musikfolgebogen die Nichtmitgliedschaft der Urheber in der GEMA oder die Gemeinfreiheit der Werke belegt. Die GEMA praktiziert damit eine viel diskutierte Umkehr der Beweislast, die jedoch vom Gesetzgeber bestätigt und legitimiert ist. Warum auch immer. 


Die Stufe des Denunziantentums ist erreicht. Stasiähnliche Methoden und ähnlich wie die GEZ - eine Reihe von obskuren Geschichten. 


Nicht nur in Arztpraxen forscht die GEMA regelmäßig nach "ungenehmigter Musikwiedergabe", für die keine Abgaben gezahlt werden: Diesmal ertappte sie einen Blumenladen. Im Büro neben dem Laden, in dem zwei Angestellte und die Ehefrau des Geschäftsinhabers Blumensträuße banden, lief das Radio. Die GEMA verklagte den Blumenhändler auf Schadenersatz wegen Urheberrechtsverletzung, weil er dafür keine Abgaben an sie zahlte: Die Musik sei im Verkaufsraum zu hören, wenn beim heraus und hereingehen die Tür geöffnet wurde, also seien Gebühren fällig. 


Das Amtsgericht Kassel gab der GEMA Recht (432 C 152/99).


Genau so und nicht anders handelt eine Mafia. Legal, illegal, scheißegal - solange es die GEMA betrifft. Kommt der kleine Mann ins Spiel heißt es nur noch "Legal = Illegal = scheiße teuer". Willkommen in der Wirklichkeit. 


Als kleine Beigabe, hier ein Ausschnitt von Stille Nacht- heilige Nacht. Ich erwarte dann die Rechnung von 56 EUR. Mir ist nämlich das Klopapier ausgeganen.


Stille Nacht, heilige Nacht!

Alles schläft, einsam wacht

Nur das traute, hochheilige Paar.

Holder Knabe im lockigen Haar,

Schlaf in himmlischer Ruh,

Schlaf in himmlischer Ruh.


Florian Pasterny

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